„Vers dix hérs onze hérs …“

Vor nunmehr schon einigen Wochen haben wir zum Abschluss unseres Maloya-Ateliers eine Art Abschlusskonzert im Théâtre Canter gegeben. Abwechselnd mit der Theatergruppe der Uni konnten wir mit 5 kurzen Maloya-Einlagen zeigen, was wir im letzten halbem Jahr gelernt haben.

Die Fotos sind von Lotta:

NACHTRAG: Mafate

Et les aamies, et les aamies,
vouulez vous, vouulez vous,
flamber les bananes, flamber les bananes,
rrrhum coco, rrrhum coco

Mafate: le coeur de l‘Ile

Vier Tage waren wir im Cirque de Mafate unterwegs. Auf einer Insel, die von Autos nur so überflutet wird, ist dieser Talkessel eine Oase der Ruhe. Es gibt hier keine Straßen und somit auch keine Autos. Der einzige Motorenlärm kommt von den Hubschraubern, die die ca. 1000 Einwohner des Cirques versorgen. Ansonsten waren wir umgeben von oft unberührter Natur, atemberaubenden Berghängen und – glücklicherweise – Sonne und strahlend blauem Himmel. Wir wanderten, haben in klaren Gebirgsbächen gebadet und jeden Abend am Lagerfeuer gekocht. Dank Alex, dem einzigen Reunionesen, der dabei war, haben wir wunderschöne Orte zum Übernachten gefunden.

Gestartet sind wir in La Possession, an der West-Küste. Ein Geländewagen brachte uns das erste Stück das Flusstal der Rivière de Galets hinauf. Und nach unzähligen Flussüberquerungen und den ersten steilen Anstiegen erreichten wir Grand Place: ein kleines Örtchen, bestehend aus einem Kiosk, einer Wanderhütte, ein paar Häusern und einer kleinen Schule, vor der wir unsere Zelte aufschlugen. Den nächsten Abend verbrachten wir in Ilet à Bourse, einem ähnlich idyllisch verschlafenen Fleckchen (mit Schule, Kiosk und Platz zum Zelten). Und in der dritten Nacht zelteten wir auf einer Lichtung auf einem kleinen Plateau, dem Plateau de la Sale, hoch über dem Cirque, umgeben von Tamarindenbäumen und dichtem Unterholz.

Fast könnte man die Menschen in Mafate beneiden. Sie sind die einzigen, die per Gesetz im Cirque wohnen dürfen, denn als Mafaté wird man geboren. Oft leben sie ein einfaches Leben. In Ilet à Bourse konnten wir die Dorfbewohner beim Ausbessern des Sportplatzes mit Schaufeln und Hacken vor der Schule beobachten. Gegen Mittag brachten die Frauen ihnen das Essen vorbei. Was so ursprünglich und unkompliziert erscheinen mag, hat auch seine Kehrseiten. Wer in Mafate lebt, hat oft nur die Möglichkeit einen Kiosk oder eine Gite zu betreiben, seine Familie von Landwirtschaft zu ernähren, in einer der Grundschulen zu lehren oder als „Landschaftsgärtner“ die Wege des Cirques in Stand zu halten. Wenn man bedenkt, dass La Réunion ein französisches Département ist, sind das ziemlich begrenzte Möglichkeiten. Die Regel, das nur in Mafate wohnen darf, wer hier auch geboren wurde, führt langfristig außerdem dazu, dass die Mafaté aussterben. Von 10000 Einwohnern vor 100 Jahren blieben noch 1000 übrig. Viele haben den Cirque verlassen.

Für uns waren es dennoch 4 tolle Tage und 3 traumhafte Nächte unter dem klaren Sternenhimmel von Mafate – dem Ruhepunkt dieser oft so hektischen Insel.

Weitere Fotos und Geschichten gibts bei Marie

Anglais en maternelle

So langsam neigt sich mein Aufenthalt auf La Réunion dem Ende zu. Die Uni ist vorbei und auch mein Job als Englischlehrer in der école maternelle. Es hat einen riesigen Spaß gemacht den Kindern (5-6 jährige) der école maternelle Eudoxie Nonge ihre ersten englischen Worte und Sätze beizubringen. Und nach drei Monaten fiel es mir nicht leicht mich von ihnen zu verabschieden. Ich werde es vermissen, wie sie auf unsere Fragen nach den Obstsorten regelmäßig mit strahlenden Gesichtern :“Banana“ riefen – egal ob es Äpfel, Mangos oder Ananas waren. Oder auf die Frage „What color is this?“ mit „Hello!“ antworteten, worauf wir uns jedesmal das Lachen verkneifen mussten: „No, it’s yellow“.

Merci aussi à Eugènie et Hannaah! C‘était un plaisir de faire votre connaisance et de travailler avec vous! À bientot!

„The Birds in the trees singing our mobile melodies“

Endlich! Nach mittlerweile 5 Jahren ist im Januar diesen Jahres mit „Our Inventions“ ein neues Album von Lali Puna erschienen. Die Münchner Gruppe um Valerie Trebeljahr haben die Gitarren-Klänge ihrer vorherigen Alben weggelassen und sich auf pure Elektronik beschränkt. Wunderschöne, ruhige Klanglandschaften – und über allem schwebt, gewohnt teilnahmslos die Stimme von Valerie Trebeljahr. Meiner Meinung nach ein gelunges Album. Die Wartezeit hat sich gelohnt!


Lali Puna – Our Inventions